07 April 2018

Von Ksamil und Butrint zwischen Postkartenidyllen und Nachrichtenmüll

Albanien wird immer besser. Das Hotel Mediterrane in Saranda hatte den Nachteil, dass um fünf Uhr früh 20-Tonner mit zwei Achsen hinten wie vorne, acht Rädern hinten, vier Rädern vorne und Drucklufthorn  vor der Bergkurve warnten. Danach gibt es keinen Schlaf mehr. Doch elf Kilometern weiter südlich sieht die Welt wieder anders aus - besser.



Saranda ist schön. Doch Stadt ist Stadt und Stadt ist Stress. Hinter dem Gewusel der kleinen Stände rund um die Moschee, hinter der Post, hinter den Supermärkten, hinter den Strandrestaurants und -cafes geht meine Reise auf's Land.


So war Saranda, genug von Saranda. Die kurvige, kleine Straße nach Ksamil beschränkt das Tempo oft auf 20 km/h, höchstens aber 50 km/h.


Trotzdem ließ sich diese Mopedrikscha am Berg überholen. Der Dreiradfahrer beförderte die kostbare Fracht zweier Damen mit flatternden Haaren im Wind.




Mein Camp mit Meerblick bietet für sieben Euro/Nacht allen erdenklichen und mir notwendigem Komfort: Strom, SAT-TV, WiFi, Wasser, saubere Sanitäranlage. Ein junges, sehr junges Mädchen mit schwellenden Formen bietet mir zum Willkommen auf einem Tablett eine Schale mit Gelee-Bonbons und eine Flasche Mineralwasser an. Das erblühende Geschöpf knickst bei der Gabe mit einer rührenden Anmut, die einen alten Mann auf dumme Gedanken bringt. Das Fahrerhaus ist gegen die Sonne mit Folien verhängt. Doch da sich oft Wolken vor die Sonne schieben, bleibt die Temperatur im Wagen angenehm.


Ksamil strebt, wie ganz Albanien, eine größere Rolle im Tourismus an. Dieser Rohbau wächst sicherlicher zu einer stattlichen Hotelanlage mit Meerblick heran, denn die heimische Bevölkerung wohnt und lebt anders. Rechts am Straßenrand weist ein Schild auf das Camp hin, welches die Familie vorzüglich bewirtschaftet.




Die Website mit allen Schikanen bindet auch Werbevideos ein. Dieser vielleicht letzte Platz vor der griechischen Grenze verdient viele Besucher, obgleich es mir am liebsten ist, dort allein zu stehen.


Nur noch ein paar Fenster und Türen, ein paar elektrische Leitungen, dann wird auch dieses stolze Gebäude Gäste aufnehmen. Doch es scheint, dass dem Bauherrn das Geld ausgegangen ist, weshalb nichts voran geht.

Ein gängiger Spruch in muslimischen Gefilden ist mir aus Marokko geläufig. Er lautet: "Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit." So hat der alte, gebeugte Schäfer in schlurfendem Schlappgang sich auf einen Steinsitz bequemt und schaut seinen Schafen beim Grasen zu.



Den Marktplatz ziert eine Bronzegruppe balkanischer Tänzer. Der Supermarkt zur Rechten ist bestens sortiert. Meine Mittagsschüssel mit griechischem Salat aus Tomaten, Zwiebel, Schafskäse, Paprika, Knoblauch, Sojasoße rundete eine Portion Meerrettich ab. Köstlicher Genuß mit Meerblick und der letzten Flasche Lammsbräu Alkoholfreiem, dunklen Bier. Bei Phoenix diskuierte die Runde Bellevue über das Thema "Presse unter Druck" mit BuPrä Steinmeier als Moderator, wobei es besser ist, mich rauszuhalten. Meine Leser teilen zumeist meine Verschwörungstheoretischen Fakenews. Blökende Buntblödle krakelen von "Volksverhetzung und Wehrkraftzersetzung", wie das noch zu Zeiten Freislers hieß, und schreien im Orwell-Sinn nach "Netzwerkdurchsetzungsgesetzen". Doch es ist besser für meine Nerven und die meisten Leser, mich daraus zu halten.


Menschen, die schon länger mit mir leben, wie Bruder, Freunde oder mein holdes Weib daheim, ziehen Reiseprospektromantik ödem Politikpöbeln vor. Das ist verständlich. Mir selbst gefällt es auch immer weniger, mich über Buntschlands blökende Buntblöde auszulassen, je weiter das Land hinter mir liegt. Es taugt mir mehr mich rauszuhalten.




So sah es beispielsweise im italienischen Bari aus, als 1991 der schrottreife Kahn Vlora dort seine Menschenfracht aus Albanien anlandete. Die news orf.at schrieb dazu:

Rund um die Ankunft der „Vlora“ spielten sich chaotische Szenen ab. Erst nach Krawallen durften die Flüchtlinge das Schiff und den Hafen verlassen und wurden von der Küstenwache in ein Fußballstadion gebracht. Innerhalb von zwei Wochen erfolgte - unter massiver Kritik von Menschenrechtsorganisationen - mit Schiffen und Flugzeugen die Rückführung nach Albanien.


Auch das ging vorüber. Mit 70 Jahren lässt sich leichter die Einsicht gewinnen, dass alles vorüber geht. Wozu sich aufregen? Besser man hält sich raus.


So lässt sich der Blog angenehm wie ein Reiseprospekt mit bunten Bildchen durchklicken und alsdann digital entsorgen. Positive Anregungen kommen sogar von einem anderen Camper, der die Gegend vor mir erforschte und mir Reisetipps gibt. Danke dafür!









Hier allerdings in Ksamil gerade angekommen, Blumen von der Dame des Hauses gepflückt und auf den Tisch bekommen, von der Tochter Geleebonbons und Wasser, satt von Salat, angenehm temperiert und  vom Ragtime-Klavier bei Bayern Klassik unterhalten, zieht es mich höchstens noch mit dem Fahrrad weiter. Hier ist ein Platz, der zum Bleiben verführt, bis die Hitze mich wieder in kühlere, heimische Gefilde treibt zu anderen Rentnern am Nacktbadestrand am Münchener Feringasee.


Das Weltkulturerbe Archeologie-Park Butrint ist mit dem Fahrrad zu erreichen. Herrliche Landschaft!

Weltkulturerbe Butrint, größte Attraktion Albanies



Bei Sonnenschein strahlen Farben, doch die leichte Bewölkung erleichtert mir meinen Ausflug.




Man sieht am rechten Ufer, dass die "Klapperfähre" gerade anlegt. Sie legt an, weil die Autos mit der Kühlerhaube ans Ufer zeigen.


Der Fährmann sitzt unter dem Sonnenschirm. Die Feigen am Baum sind bald reif.



Nach einem bescheidenen Obulus von 700 Leke geht es durch die Allee der Eukalyptusbäume zu der antiken Stadt.




Die Vögel zwitschern. Kaulquappen schlängeln sich durch die trübe Brühe. Frösche quaken.



Als Gast in der ersten Reihe beobachtet mich das Auge der Kamera, bis der Selbstauslöser nach meinem Bild schnappt.


Die Bewohner von einst sind Asche und Staub, staunende Besucher kommen heute mit Bussen.



Die Kämpfe gingen über Jahrhunderte hin und her. "Willkommenskultur" gegenüber fremden Feinden war unbekannt. Die Männern kämpften auf Leben und Tod.





Festungen waren Grenzposten. An den Toren wachten Kanonen über den Zugang.



Das Museum zeigt einige Statuen, denen großteils die Köpfe fehlen oder wie diese Steingestalt vom Zahn der Zeit angefressen wurde.


Die venezianische Dreiecksburg liegt auf der anderen Flußseite.



Ähnliche Wehr- und Wachtürme stehen auch in Sizilien, um Mauren aus Algerien abzuwehren. Hier kämpften die Menschen Jahrhunderte lang gegen eindringende Osmanen. Die Technologie war zu den Zeiten überall ähnlich. Eine Willkommenskultur gegenüber einfallende Horden gab es nicht. Eine Eine-Welt ohne Grenzen mit GFK Art. 15 u.dg. gab es nicht. Doch da hält man sich besser raus.


Die Ruhe der traumhaften Landschaft entspannt den Reisenden, besonders den Blogger, der im Nachrichtenmüll nach Verwertbarem sucht. Es gibt da wenig. Man hält sich besser raus.


Postkartenidylle gegen Nachrichtenmüll


Manchmal bleibt meine Aufmerksamkeit an einer Nachricht, einem Interview, der "Tat eines Einzelnen"  hängen, das es nicht anders geht: Das muss hier rein!


Besser hält man sich da raus. Bassam Tibi, wer ist das nun schon wieder und was will der uns denn sagen? Wiki weiß, wer er ist, doch soll man sich seine Postkartenidylle von unangenehmen Gefühlen und Nachrichten stören lassen?

Bassam Tibi (arabisch بسام طيبي, DMG Bassām Ṭībī; * 4. April 1944 in Damaskus) ist ein deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft. Von 1973 bis 2009 war er Professor für Internationale Beziehungen an der Georg-August-Universität Göttingen.


Besser hält man sich raus, schaut über das Meer von den albanischen Inselchen nach Korfu, badet im frühlingsfrischen Meer und freut sich des Lebens. Bassam Tibi hat mit sechs Jahren als cleveres Bürschchen den kompletten Koran auswendig rezitieren können. Als Gelehrter prägte er Begriffe wie

Leitkultur, Parallelgesellschaft, Euro-Islam und „Scharia-Islam“.

Aber im Job, mit Büchern und Schriften, Vorträge etc. verdient Bassam Tibi gut Geld. Wer mit brotloser Kunst, bekümmerten Kommentaren sich und andere nur aufregt, der hält sich besser raus.




Postkartenidylle öffnen den Sinn für Kleinigkeiten: Die Verkehrzeichen an den Kiefern warnen die Autofahrer davor, ins Wasser zu fahren.


Abseits der ausgetretenen Wege wandert der Chronist Gedanken verloren auf der schmucken Strandpromenaden von Ksamil. Die Lampen fehlen fast alle, die Lampenpfosten sind zum Teil zerstört. Das Meer rauscht leise über die Felsen, Steine oder den Sand.


Die Strohschirme schützen noch niemanden. Die Sonne lässt sich noch leicht ertragen. Stein- und Sandstrand wechseln sich ab.


Die Arbeiten für die anlaufende Touristensaison laufen an. Meinen Platz am Camp teilen nun schon vier, fünf weitere Camper. Einfacher kommen Nachbarn mit der Fähre für 400 Euro von Venedig nach Igoumenitsa, eine Seefahrt von zwei Nächten. Der nächste Nachbar verbaut mir den Blick auf einen Großteil des Meeres.


Mein Glück kann das kaum mindern. Der Blick draußen schweift ins Weite, der Blick auf den Bildschirm fokussiert auf das Nächste. Aber nicht noch nochmal auf Bassam Tibi und seine Untergangsfantasie! Da hält man sich besser raus.




Artikel wie der Basler Zeitung vom 5.4.2018 verderben doch das Vergnügen an der Postkartenidylle! Hier in Ksamil macht der Staat wohl kurzen Prozeß mit Schwarzbauten, haut die Grundpfeiler weg, schon steht der Rohbau schief. Doch Politiker in Buntschland strafen schwarz fahren, nicht aber schwarzen Grenzübertritt. 



Korfu in vier Kilometer Entfernung bringt den Betrachter wieder zurück zur Postkartenidylle. Doch Brecht zu zitieren, vermiest die Stimmung.



Da hält man sich besser raus. Ein Brecht Zitat hier ähnelt dem Blick auf Korfu mit einer Betonruine vor der schönen Aussicht.



Warum hält sich Chronist nicht raus? Eine Perle im Nachrichtenmüll berichtet aus Buntschland unter dem Titel:
from fascisme to fashion


Dann noch diese von Macht besoffenen Gestalten vermasseln den Spaß an aller Postkartenidylle. Besser hält man sich raus.



Zum Glück verabreichen die Gebühren finanzierten Sendeanstalten und Medien wie BILD, FAZ, WELT, SPIEGEL beruhigende "Richtigstellungen" gegen die "volksverhetzenden, wehrkraftzersetzenden Fakenews-Kanäle sogenannter sozialer Medien", die sich nicht rausgehalten haben, wie das besser gewesen wäre.




Der Kaiser war, wie heutige Eliten und die im 1000jährigen Reich zuvor, meist auf der richtigen Seite. Der letzte deutsche Kaiser hat ein schmuckes Büchlein flotter Sprüche verzapft wie Trump heute per Twitter.



Wer will sich damit noch aufhalten? Ganz verspannt im Hier-und-Hetz motzt David Berger, einer der Unbelehrbaren, die sich nicht raushalten!





Da mag Berger schreiben, was ihm und seinen Leser gefällt. Mit der Sorte der von ihm beschriebenen Damen, die im Zeitgeist in Reih' und Glied marschieren, ist schlecht Kirschen essen. Besser man hält sich da raus, besonders da!






Nun muss mit dem Nachrichtenmüll aber Schluß sein, der Lesern wie mir Postkartenidylle verdirbt. Wer sich vor lauter Leidenslust das Frühlingswochenende verderben will, bekommt von Barbara unter dem Titel
Germania esse delendam


eine voll fette Überdosis. Nein Danke, mir reichts. Nur eines erreicht mich als Nachtrag, unvergleich und wertvoller als Gold, nun aber wirklich: Der Kleine Akif, wieder ganz groß:



Wenigstens den Link zum Kleinen Akif sollte sich der Leser hier gönnen, wirklich. Es gibt nichts Besseres.


Jedesmal begeistert mich der Kleine Akif auf's Neue!


Besser hält man sich raus!


Der letzte Link von Mittwoch hat Yahoogroups trotz zweier Versuche nicht verschickt. Der Grund ist mir nicht klar. Wer dennoch hofft, dass Yahoogroups wieder Post regelkonform verteilt und Links meiner Blogs im Postfach will, sofern Yahoogroups wieder meine Mails verschickt, sende eine Mail ohne Text und Betreff an

n0by-subscribe@yahoogroups.com



Wer mir die Zeit per Skype vertreiben will, kann meine Skype-Kennung anrufen

n0by2call


Ansonsten finden sich mit jedem Ausflug über die Strandpromenade beliebig viele Verlängerungen, die höchstens ungeduldige Leser ermüden.


Doch mit den effizient eingesetzten Werkzeugen meiner jahrzehnte langen Erfahrung als Schreiberling kann mich fast nichts hindern, eine Schubkarre nach der andern nach zu liefern.


Dass die Schubkarre ein Rad ab hat, eine von Rost durchlöcherte Lade dazu, hindert mich nicht, meine geneigten Leser weiter mit fröhlichen Sätzchen zu erleuchten gleich dieser Lampe auf der Strandpromenade vor Jahren in ihren besten Tagen.


Schließlich ist jeder auf seine Weise doch irgendwie, den Blues Brothers gleich, "im Auftrag des Herrn unterwegs". Der Fahrer des 20-Tonner mit zwei Achsen hinten wie vorne, acht Rädern hinten, vier Rädern vorne, der mit Drucklufthorn vor der Bergkurve warnt und mir damit in Sarrande morgens um Fünf den Schlaf raubt ebenso wie der Muezzin, der mit angenehmen Wohlklang seine Klientel zum besinnlichen Gebet ruft, alle sind "im Auftrag des Herrn unterwegs". Das gilt selbst für mich, den bekennenden Heiden.


Ach, nun noch 'nen Bericht! Kennen Sie den schon?


Hahahaha....

Hier in Albanien kommt mir das gute Einwicklungspapier für Weihnachtsmarktwaren ja nicht in die Hände. Die Idee die Prantlhausener Pest- und Pinoccio-Postille außerhalb der Deutschen Grenzen anzuklicken, kommt mir nie. Wo Prantl drauf steht, ist Prantl drin. Da freuen mich mehr die herrlichen Kommentare, die Prantl prächtig schmücken wie:

„Mit geradezu exorzistischer Rhetorik beschwört ein Gespenst mit Krawatte in erlkönighaftem Ton den virtuellen Ansprechpartner aus den Redaktionsräumen der „Süddeutschen Zeitung“.

Dazu darf man sich die Runde prekärer Redakteure, kleiner williger Helferlein vorstellen, die um eine Praktikumsverlängerung nach der andern bangen, kaum die Miete in noch so entferntem Münchener Hinterland aufbringen und nur um alles in der Welt, ihrem Herrn und Meister zu Willen und Diensten sind, sein müssen.
Geschwätzwissenschaftlich hoch geleert erfreut die Elendsbagage auf Prantls Sklavenschiff, den selbst höhere Sklaventreiber anweisen, ihre Leser mit Laiern gleich tibetischer Gebetsmühlen:

„Eine Welt, Ehe für alle – auch mit mehreren Scharia konform angetrauten Mädchen, befruchtbar ab dreizehn, Gendergerechtigkeit, Dieselabgas freie Umweltzone, saubere Energie nach Umwelt gerechter Förderung und noch gerechterer Verteilung, Tafelspeisungen für alle, Wahlrecht auch mit ohne deutschem Pass, jedem MUFL einen Sozialarbeiter, jedem Flüchtling einen Traumatherapeuten und freie Verpflegung, freie Unterkunft, freie Daten, freie Mobilität, freie ärztliche Versorgung..."



…. in diese politisch korrekte Zukunft pusht Prantl mit seinen Praktikant*Innen seine Postille. Die Pest, wer braucht die Pest?

Doch wenn sich jemand die Mühe macht, seine Nase näher in die Prantlhausener Pestbude steckt, dann noch erbauliche Sätzchen über den SPIN-Doktor korrekter Münchener Lebensart kompiliert, dann erheitern mich manch gelungene Sätzchen und vertreiben mir auf’s Beste die Zeit in meiner Rentnereinsamkeit in Albanien am Meer. Danke dafür und Grüße aus meiner Werkstatt als Wortwälzer



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