04 April 2018

Süd-Albanien: Die Heimat des Abenteurers ist die Fremde.

Nach jedem Blog, der mich stundenlang im Internet, auf Straßen, in Städten, Dörfer und mit Sehenswürdigkeiten beschäftigt hat, fällt meine Energie in ein tiefes Loch. Sisyphos beginnt auf ein Neues. Sisyphos wuchtet gleich dem herab gedonnertem Felsen sein nächstes Datenpaket Berg an, bis mit der Veröffentlichung eines nächsten Blogs sein Felsbrocken, seine Energie wieder in ein tiefes Loch rauscht. 70 Jahre und davon die letzten sieben etwa 170.000 Kilometer auf dem "Bock" hinterlassen ihre Spuren.


Was Spießern und Schleimern kein Spaß
schreibt bös' der Chronist im Übermaß
.



Ostermontag in Porto Palermo - Südalbien


Inspirationen der Landschaften, Eindrücke, der Fremde und des Internets helfen, mich zu erholen. Geschichten liegen in der Luft, sie wollen nur geschrieben werden. Meine Reise führt mich von Himare elf Kilometer weiter zur Festung von Ali Pascha. Der Ort nennt sich Porto Palermo.



Himare, dessen Restaurant mir Internet gegenüber der Straße sendet, verabschiedet mich mit einem fürstlichen Fischmahl. Auf der anderen Seite meiner rollenden Klause rauschen die Wellen.



Nur zum Fischessen lohnt die Reise nach Albanien, frischer und preiswerter gibt es wohl nirgendwo in Europa so guten Fisch. Mein Essen kostet 7,50 Euro oder 1000 Leke, Schlafplatz mit WiFi inbegriffen.

 
Die Wellen rauschen keine 10 Meter neben dem Auto an den Strand, ohne meinen Schlaf zu stören. Auf der Straße ruht nachts fast der Verkehr. Ein paar Kiometer südlich stehen am Strand Ruinen der Militäranlagen aus der Zeit des Diktators.



Enver Hoxha hielt sich von 1944 bis 1985 an der Macht. Je mehr Menschen sich von Feinden umringt fühlen, umso fester verteidigt sie ihr "Führer". Und die Mehrheit ihn.




Mit der Zeit lässt die Haltbarkeit von Herrschaftsmonumenten nach. Die Pyramiden hielten sich am längsten, mittelalterliche Burgen bröckeln schneller, russische Zaren vererbten ein paar Jahrhunderte ihre Clan-Macht, doch die Betonmacht der Diktatoren verfällt innerhalb weniger Jahrzehnte. Merkel führt das Land in ihrer vierten Wahlperiode. Ganz demokratisch. Kommende Generationen zahlen die Pracht ihrer Macht.

Der Blog beginnt mit meinem Bild auf der Festungsburg von Ali Pascha. Der hielt sich fast so lang wie Enver Hoxha an der Macht. Als Ali sich aber gegen die Macht des osmanischen Sultans stellte, kostete es ihn 1822 den Kopf und die Köpfe seiner drei Söhne dazu.


Seine Häscher schlugen ihm den Kopf ab, pökelten den Schädel ein und überbrachten die Trophäe dem Sultan in Istanbul, der sich in feierlicher Zeremonie für die furchtbar freundliche Gabe bedankt. Heutiges Volk krönt seine Herrscher nach Ansage der Zwangsgebühren finanzierten Sender und der verbreiteten Meinung von BILD, FAZ, ZEIT, SPIEGEL, WELT und dergleichen gewinnenden Gazetten mehr.



Dazumals jedoch, nachdem Ali Pascha als Räuberhauptmann mit etwa 30 Jahre seine Diebesbande dem Sultan verraten hatte, genoß er dessen Gunst. Mit bald 60 Jahren schlachtete er dann als lebenserfahrener und kriegskundiger bei Himare etwa 6000 der dort "schon länger Lebenden", was ihm noch mehr Ruhm und Ehre des Sultans einbrachte.




Um die damals bei Himare "schon länger Lebenden" von weiteren Demonstrationen oder gar Rebellionen gegen seine Herrschaft abzuhalten, ließ er sich dies solide Gemäuer in bester Lage bauen.


Bei der schönen Aussicht von seines Burges Zinnen hätte Ali auf der Landzunge das fahrende Domizil des Chronisten erblickt, der vom nahen Restaurant an der Straße das offene WLan nutzt.


So lässt sich schön recherchieren, wie herrlich Ali Pascha lebte, als er seinen Kopf auf dem Hals trug.



Die Herrlichkeit Ali Paschas fühlen seine Nachfahren und lassen ihre Nationfahne munter im Wind flattern. Unsere Majestät Merkel hingegen nimmt ihrem Untertanen die schwarzotgoldene Nationalfahne aus der Hand und entsorgt sie werbewirksam im Volkserziehungsfernsehprogramm.


Zu damaligen Zeiten waren die Quartiere der Herrscher noch wenig komfortabel, auch die Mobilität mit Pferden war mühsam.


Aus den unteren, feuchten, kalten, dunklen Kammern, in die getreue Anhänger ihres "Führers" Enver Hoxha Jahrhunderte später ihre Feinde einkerkerten, führt es auf das Dachgeschoß der Ali Pascha Burg.


Zur Seeseite vergnügte sich die hohe Herrschaft auf diesem Balkon. Von einer Busladung schweizer Tourist*Innen und Touristen schaut eine der jungen Schönen versonnen auf das Meer.



Erstaunlich, wie Menschen mühsam Stein auf Stein zu einer Mauer, zu einer Burg, zu einer Pyramide oder Kathedrale schichten. Unermüdlicher Fleiß hat heute Asphaltstraßen kreuz und quer über das Land gespannt, auf denen meine Räder rollen von einer Sensation zur anderen.



Andere Häuser unterhalb des Burgpalastes von Ali Pascha stammen aus Zeiten des nächsten Landesvaters Enver Hoxha, weniger solide gebaut und mittlerweile ein wenig schadhaft. Damals dienten sie den Wächtern, die ihre Gegner in ungeheizten, dunklen und feuchten Burgmauern quälten. Machthaber und mächtige Organisationen gehen heute humaner mit Meinungen um, die ihnen nicht passen.




Doch politische Betrachtungen wünschen sich die wenigsten Leser, welche von einem Reiseblog hübsche Bildchen erwarten, die sie fort führen aus Buntschlands Blödheit mit seinen blökenden Buntblödeln. Texte sind megaout, weil die Idiotenampel im XXL-Format und High Definition Multicolor Surround Sound zum nächsten Fußballfest oder der familären Begutachtung alternder Deppen zur Fuckability der Minimäuschen aus Heidis Suche nach dem Superstar lechzt. Dankbar genießt der Chronist Kritiker, der sich so äußert:


Doch da mich für meine Arbeit niemand bezahlt, schulden meine Schreiben auch niemandem Gefallen - außer mir selbst vielleicht, und oft das nicht einmal. Nicht einmal zahlende Fans muss meine Arbeit verbuchen, die Wenige erfreut und Verärgerte nicht lesen.

Die Kritik kommt mir bekannt vor von einem meiner Liebsten, der schon am "längsten mit mir lebt" , seit seiner Geburt nämlich - und von seiner Ansicht kaum ablässt. Doch dieser Kritiker aus dem Gelben Forum streicht Jod auf meine verwundeten Sinne, als er sich als Bruder im Geiste zu erkennen gibt.






Größter deutscher Dichter derzeit mit türkischen Wurzeln




Wie immer bei unserem lieben Akif sachlich, fundiert und witzig geschrieben. Danke! Der Text tut weh, weil er so wahrhaft, wirklich und wissend empfunden wird, empfunden werden muss. Nur gut, dass hier am Meer von Albanien, an einer kleinen Landzunge, die zur Burg Ali Paschas führte, soviel wunderbare Eindrücke Akifs Schrift leichter verdaulich machen.



Gruss von der albanisch paradiesischen Küste mit Gedanken zu Schulden, Schuldkult und Spießern Ja, viele junge Damen fühlen sich "schuldig", wenn sie schwanger werden und bleiben und ein Kind gebären, wohlmöglich noch ein deutsches Kind! Wie Recht Schäuble hat! Wir können den Gang der Geschichte nicht aufhalten, wir können uns nur noch von unserer Geschichte abmelden.


Die Buchten verbindet eine Landzunge zur Halbinsel der Burg von Ali Pascha, einem Tyrannen vor Enver Hodscha. Auf dieser Landzunge lässt sich das Leben im Übermaß glücklich genießen. Nach dem Bad im Meer wärmt die Sonne. Als Obulus für den Platz mit Strom speist man im Restaurant über der Straße vortrefflich und blickt auf das Meer. Dort ziehen Frachtkähne oder Kreuzfahrtschiffe ihre Bahn und ihre Rauchfahne verbrannten Schweröls hinter sich her. Eine Herde Rinder nährt sich mühsam von den Grasbüscheln zwischen dem Kies. Dankbar schmatzt ein Rind meine Kartoffelschalen von meinem glücklichen Einsiedler Essen.


Facebook straft Einige, erzieht viele und streichlt schleimige Belobigungen über andere. Danke Facebook,  Danke, Du bist so gut zu mir! Denn meist füttern nur Links zu meinen Blogbildberichten die Datenkraken. In diesen Links verstecken sich Meinung und Ansicht, Darstellung und Auffassung, die Einzelnen Zensoren und Inquisitoren auf den Hals gehetzt haben. Doch mit Reisebildern meiner letzten sieben Jahre und bald 170.000 Kilometern im Wohnmobil unterwegs gemischt, lassen sich Meinungen, Ansichten und Darstellungen schonend weichgespült  verbreiten, ohne dass empfindsamen Damen und Wohlfühlfanatiker eine Laus über die Leber läuft. Gruss von den paradiesischen Küsten albanischer Einsamkeit....



Vom Restaurant über der Straße überblickt man die Landzunge, welche zur Burg von Ali Pascha führt. Die Fischer sind mit beiden Booten von der Fangfahrt heimgekehrt. Die Rinder erfrischen sich noch ein wenig, bevor sie der Hirte abends heim treibt.


Ein Psychiater aus Leipzig lädt mich ins Restaurant ein. Seine Sippe bereist Albanien im Osterurlaub. Alle hänger der Bahai-Sekte an, welche globalhumanitäre Weltengerechtigkeit als religiöser Lehrmeinung anhängt und verbreitet.



Ein Team fotografiert ein Model im Brautkleid. Eine Dame schminkt und richtet die Frisur, eine andere trägt die Schleppe des Brautkleids über Kiesel und Kuhfladen, ein Fotograf mit einem halbmeter erigierten Tele lässt das Model posieren und versonnen in die Abendsonne schauen, zwei Mann steuern eine Drohnenkamera über Braut und Fotografen mit Tele vom Meer aus. Nach getaner Arbeit rauschen alle in zwei Autos ab.


Meine Standgebühren mit Strom und WiFi vom Restaurant sind mit einem griechischen Salat im Restaurant über der Straße abgegolten, auf der pro Stunde vielleicht zwei, drei Autos fahren. Die Sonne blinzelt ihre letzten Strahlen über die Hügel. Dann verschwindet mein Mobil mit mir in vollkommener Dunkelheit. Ein launige französische Liebeskomödie erheitert mich mehr als die Katastrophenberichte von Russia Today. Es bleibt dunkel in der Stern klaren Nacht, ohne dass Verdunkelungsrollos mich von der Welt ringsum abschirmen. Irgendwann in der Nacht lacht der abnehmende Mond noch fett und feist mit bleichem Licht über das ruhige Meer durch mein Heckfenster in die Stube und lässt mich mit ihm grinsen. In der nächsten Station in 44 Kilometer, der Stadt Sarande, kann es nicht schöner sein. Doch mit dem Motto meines Vaters selig muss es weiter gehen. Der alte, arbeitssame Beamte sagte häufig:

"Nichts ist schwerer zu ertragen
als 'ne Reihe schöner Tagen."


Abschied vom bislang besten Platz in Albanien: Porto Palermo mit der Burg von Ali Pascha auf Halbinsel.....



Auf der unvergleichlich schönen und ruhigen Fahrt nach Sarande gibt mein Garmin-Navi nach sechs Jahren treuen Mitarbeit seinen Geist auf. Das TomTom als Ersatz fährt die Koordinaten nicht genau an, schickte mich in St. Petersburg sieben Kilometer mit angegebenen Koordinaten an irgendeine Straße. Das Garmin fand mit den Koordinaten das Hotel Eliza in Petersburg, obgleich es keine Russlandkarte gespeichert hat.


Nach der Kurverei durch das hügelige Bergland öffnet sich das Tal in Richtung Sarande. Das neue Zwischenkapitel 

Sarande

beginnt in einem lauschigen Eckchen auf dem Parkplatz des Hotel Mediterrane.


Alles wie bestellt: Die Sat-Antenne lugt zwischen den Betonburgen auf Empfang, Strom, Wasser, WiFi - alles bestens. Eine eigene Dusche mit warmen Wasser im abschließbaren Sanitärraum wäscht
mir das kitzelnde Salz des Meeres von der Haus. Was will man mehr für 15 Euro/Nacht?


Noch ist nicht jeder grüne Fleck zubetoniert. Es wachsen noch Oliven- und Apfelsinenbäume, in Vorgärten wässert man Pflanzen, Hähne krähen durch den Autolärm und der Muezzin plärrt seinen Gebetsaufruf am frühen Nachmittag über die Strandpromenade.

Wie in Sizilien gibt es auch hier harte Burschen, welche mit dem Drahtesel die Berg- und Talbfahrt wagen. Einige radelten auch mit Frau oder Freundin durch den sonnigen Frühling.



Vom Strand von Sarrande blickt man auf Corfu, wobei der Muezzin zum Gebet ruft.


Ein luxuriöses Hotel vor der Fußgängerzone der Strandpromenade leistet sich Palmen und eine Frauenstatue - alle Zimmer mit Meerblick.


Mediterraner Lichtzauber mit Blick auf Corfu



Im kleinen Hafen dümpeln Fischerboote.



Man beachte den riesigen Anker rechts im Bild und den Ofer auf der Terrasse - auch die Sat-Antenne links oben am Haus darf nicht fehlen.

Im größeren Hafen in der Bucht von Sarande liegen auch Ausflugsdampfer für den Tagestrip nach Corfu.


Die Kinder fliegen in Fantasie über das Meer nach Corfu und landen sicher auf der Rutsche im Sand.

Ein einziges altes Haus steht wie verloren und verlassen inmitten der betonierten Prachtbauten vor dem Strand.


Der Kormoran trocknet sein Gefieder auf einer vorgelagerten Betonplatte.


Das archetektonische Meisterwerk harret seiner Vollendung. Vermutlich verkauft der Besitzer stilvolle, antik anmutenden Zierrat, auch ein Adler beim Abflug wartet auf einen zahlungskräftigen Kunden. Das wäre das passende Geschenk für meinen Reisefreund in Südamerika, wenn er denn wieder daheim zu seiner ländlichen Beschaulichkeit zu seinem Heimaturlaub einfliegt.


Meine nächste Station liegt dann wieder am Meer in Ksamil, 13 Kilometer weiter. Die 150 Kilometer von Himare bis ins griechische Igoumenitsa werden voraussichtlich in vier, fünf Tagen zu schaffen sein.




Abstecher nach Südamerika


Mein Freund Klaus, wenn er sich noch als solcher begreift, obwohl unsere Ansichten auseinander gegangen sind, hat andere Strecken gefahren,  er fährt mittlerweile im dritten Jahr durch Südamerika.



Mit dem Allradantrieb seines 30 Jahre alten Rundhauben-Daimlers braucht Klaus keine asphaltierten Straßen.


"Die Heimat des Abenteuers ist die Fremde", meint der Mann, der seit drei Jahren durch Südamerika dieselt.


Heimweh

Mein favorisierter Blog, neben Pirinccis professioneller Meisterschaft, nennt sich "Bayern ist frei". Eine rührende Elegie auf "Heimatverlust und Fatalismus"  findet meine Aufmerksamkeit fern der Heimat und inspiriert mich zu spottender Sottise und irrlichternder Häme.



Heimat begreift sich als nostalgische Verbundenheit mit Menschen aus einem patriotischen Lokalkolorit. Heimat bezieht sich auf Verwandte, die man notgedrungen ab Geburt kennt, bezieht sich auf Kindergartenspiele, Schulkameraden, Kollegen aus Ausbildungs- und Studienzeiten, Heimat fühlt sich verbunden mit einer überschaubaren Zahl von Menschen, die "schon länger hier zusammen leben". Man muss dazu geboren, erzogen und so aufgewachsen sein, um sich in solchem Gedanken- und Beziehungsraum wohl zu fühlen. Das ist nicht jedem gegeben. Alte Freunde wenden sich ab mit Abscheu, obgleich mit oppulenten Geschenker ihrer gedacht - wie unserem fernen Vogel in Südamerika.


Ach, die man notgedrungen ab Geburt schon kennt. Einer meiner Liebsten und Nächsten wünscht sich für den Garten daheim neben Gespenstern, Zwergen, Frösche im Garten und Hühnern im Stall einen flotten, albanischen Pilz-Bunker.


Doch wie soll mein kleines Auto die Schwerlast transportieren?

Heimatlich fühlen sich am ehensten noch Menschen, die daheim gesellschaftlich wie wirtschaftlich erfolgreich arbeiten und sich in einem Beziehungsgeflecht verwurzeln, wobei sie Eltern wie Kinder einbeziehen, später auch Enkel und Urenkel. Das ist nicht jedem gegeben.

In Konkurrenzkampf Jeder-gegen-Jeden zersplittert die wohlgefühlte, wohlgefügte Heimatlichkeit in eine Bösartigkeit, Bissigkeit zuerst gegenüber feindlich empfundenen und auch agierenden Gruppen, aber auch innerhalb der eigenen Gruppe und lässt letzlich verbiesterte und verbitterte Einzelkämpfer sich in sich selbst isolieren, die für sich selbst alles raffen, dem Nachbarn wenig bis nichts mehr gönnen und auf Heimat wie Beziehung pfeifen, "ubi bene, ibi patria", wo es mir gut geht, ist meine Heimat.

Der Freund kehrt als tippelnder Bruder der Heimat den Rücken und wandert mit wenig weit fort in die Fremde.


Wanderarbeiter, Flüchtlinge und heimische Spießer sind nachwachsendes Humankapital für die Kapitalverwertungsgesellschaft. Selbst auf höchster Management-Ebene fühlt der Vielflieger sich heimatlich in gleichen Hotelketten weltweit, der Reisende fühlt sich heimatlich in gleichgeschalteter Pausen- und Esskultur wie von Mc-Billig-Bratereien, Heimat reduziert sich auf virtuelle Räume sozialer Netzwerke weltweit operierender Datenkraken im Stile von Facebook oder seiner russischen Konkurrenz VK.


Zum Glück gibt es im Big Market von Sarande alkoholfreies Gerstel Bier nach bayrischem Reinheitsgebot gebraut. Das Ablaufdatum vom November 2016 darf den dürstigen Fremden nicht stören, wenn er einen Schluck Heimat genießen will.

Die globale Vernetzung lässt dem heimatlosen, ruhelosen Reisenden die Illusion von Heimat, wenn der Satelliten-Sender Bayern Heimat, dem Weinbauern in Griechenland, der aus Hamburg auszog, sein Glück zu suchen, den Norddeutschen Rundfunk einspielt.

Es gibt keinen Nachteil, der nicht von Vorteil wäre, wie es keinen Vorteil gibt, der nicht Nachteile mit sich bringt. So inspiriert den Reisenden fern der Heimat die Fremde und lässt ihn Heimat aus der Ferne in anderem Licht erkennen. Für die, die dort länger schon leben, kann es angesichts der verrohenden Verhältnisse unerträglich werden. So entlasten sich die, die  dort länger schon leiden, in mitreißenden Traktaten von folternden Qualen, welche sie klarer fühlen im Jetzigen wie Kommenden - voll verspannt im Hier-und-Hetz: Auch das ist nicht jedem gegeben.


Es entwickelt sich bestenfalls eine Sorte Satire im Sinne von Galgenhumor. Mit dieser Fähigkeit und Kunstfertigkeit lässt sich allem und jedem noch Positives abgewinnen. So positiv wie Gottfried Benn, dessen poetische Rattenbrut sich junger Mädchenleiche sättigen lässt - gemessert, gemördert und mausetot.
Schöne Jugend

Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
 sah so angeknabbert aus.
 Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
 Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
 fand man ein Nest von jungen Ratten.
 Ein kleines Schwesterchen lag tot.
 Die andern lebten von Leber und Niere,
 tranken das kalte Blut und hatten
 hier eine schöne Jugend verlebt.
 Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
 Man warf sie allesamt ins Wasser.
 Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

Genug von schwarzem Humor, giftigen Sätzen, galliger Poesie!


Wer immer noch nicht genug hat, mich auf  meines Lebens weiterer Reise begleiten will, stets die nächsten neuen Links meiner Blogberichte aktuell erhalten oder gar kommentieren will, was nicht nötig ist, der schicke eine Mail ohne Text und Betreff einfach an


n0by-subscribe@yahoogroups.com

Meine nächste Online-Anbindung schaltet die Adresse frei. Diese Prüfung hält Werbemüll fern von der Gruppe.






Renten, Mobilität, Daten, Gesundheit alles gesichert - und wichtige Infrastruktur wie Banken versorgt zur Sicherheit ein Notstromaggregat.

Sarande lehrt mich, das Leben locker zu nehmen. Beispielhaft der fabelhafte Elektriker, der eine Rolle 220-Volt-Kabel über eine Astgabel wirft, um Strom für das Restaurant auf der anderen Straßenseite zu spannen.



Ein alter Daimler-Kastenbus stößt mit seinem Aufbau den Draht zur Seite. Wer als Zweiradfahren nicht aufpasst, kommt schnell zu Fall.


Doch Sarande gründet seit ewigen Zeiten seine sonnige Zeit am Meer und wird weiter bestehen, ob mit oder ohne Betonburgen.


Einen Heldenfriedenhof liegt hinter dem Hotel Mediterrane,


von wo aus sich Saranda zum Abschied herrlich überblicken lässt.

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