28 March 2018

Von Fushe-Kruja, Tirana und Spießern in Buntschland

Die dritte Reisewoche beginnt mit frischer Wäsche nach einer luxuriösen Dusche. Eine erste Bank in Albanien lässt sich schwer finden. Ein erster Bankomat in Fushe akzeptiert nicht meine Kreditkarte. Bei einem mühsam aufgespürten, versteckten zweiten  Bankomat in Kruja,  ließ sich aus der Maschine 10.000 Lek melken. Ohne Geld sind Kriegshelden und Reisende machtlos.



Die Macht von Moneten unterscheidet den Luxus von Touristen vom Elend der Flüchtlinge. Die Macht von Moneten ließ den Heerführer Skanderbeg 25 Jahre türkische Invasoren abwehren. Die Macht von Moneten feiert den siegreichen Volkshelden Jahrhunderte später in pompösen Museen, mit blutrünstigen Wandgemälden und mit Standbildern wie im Museum von Kruja und ebenso im Nationalmuseum von Tirana.



Das Wichtigste aus Wiki zu dem Kriegsherrn, dem Helden von Kruja und Unabhängigkeitskämpfer für  Albanien.
In der Zwischenzeit erfuhr Skanderbeg seine wahre Herkunft und das Schicksal seiner drei Brüder; Offenbarungen, die den Lauf der nachfolgenden Geschichte ändern sollten. Als im November 1443 die Ungarn in Niš über die Osmanen siegten, verließ Skanderbeg mit den edelsten ihm unterstellten 300 albanischen Rittern, einschließlich seines Neffen Hamza Kastrioti (lat.: Ameses Castriota), das Heer des Sultans und steuerte auf Albanien zu. Dort angekommen, fälschte er das Edikt des Sultans und erhielt von Hasàn Bey Versdesa, Pascha im Amt, kampflos die Übergabe der Festung von Kruja und das väterliche Fürstentum. Während der Feierlichkeiten für die Übergabe der Festung wurde das kleine osmanische Kontingent getötet, darunter auch Versdesa, der am Bankett neben Georg saß und von ihm selbst getötet wurde. In derselben Nacht wurde die Flagge mit dem Halbmond durch die Fahne der Kastrioten, einen doppelköpfigen schwarzen Adler auf rotem Feld, ersetzt: „Rubea vexilla nigris et bicipitibus distincta aqulis gereba.“ (Barleti) Am nächsten Morgen war kein Osmane mehr in der Stadt, mit Ausnahme derjenigen, die sich zum Katholizismus bekehrt hatten. Georg selbst und sein Neffe Hazan bekehrten sich zum Katholizismus. Am 28. September 1443 wurde er in der Kathedrale von Kruja zum Prinzen von Albanien gekrönt. Georg herrschte von 1443 bis 1444 über das Fürstentum.



Skanderbeg übernahm das Kommando der Opposition gegen die Osmanen. Skanderbeg suchte sich Verbündete, die es ihm ermöglichten, seine militärischen Ressourcen gegen die Eindringlinge zu konzentrieren. Er wandte sich an die Republik Venedig, die noch eine gewisse Kontrolle über die östliche Adria hatte, und an das 1442 von Alfons I. von Aragon eroberten Königreich Neapel. Zur Verteidigung der eroberten Festung Kruja organisierte Skanderbeg eine Armee.




Ihm sollte es gelingen, die albanischen Fürsten mit Hilfe des Papstes, des Königs von Neapel und der Venezianer in einem regionalen Verteidigungsbündnis gegen die Osmanen zu vereinen und 25 Jahre lang erfolgreich Krieg gegen die Osmanen zu führen.



Um die Einzelheiten des oppulenten Wand- und Schlachtengemäldes aufzunehmen, braucht man viel Zeit.

Nach drei Tagen Dauerregen verwöhnt mich Albanien mit ersten Sonnenstrahlen. Nach dem ersten halbwegs luxuriösen Camp hinter dem Hotel Vllaznia für fünf Euro/Nacht ging es am Sonntag nur etwa fünf Kilometer weiter zum nächsten Camp, dem Hotel Nord Park.



Schon früh um halb Zehn lässt sich nach fünf Kilometern ruhiger Straße ein sonniges Quartier finden. Rechts im Bild treibt gerade ein altes Paar seine beiden Ziegen mit zwei Kitzen auf die Weide. Hühner gackern im Garten. Ein fetter Hund döst vorne rechts faul in der Sonne.


Der Pool im Hotel hält Winterschlaf. Zwar heizt die südliche Sonne sofort die Luft auf, doch die Bergeshöhen etwa 15 Kilometer hinter Kruja sind noch Schnee bekränzt.



Das Hotel knüpft mir fast den vierfachen Preis von dem Haus fünf Kilometer zuvor ab. Doch dafür gibt es einen Zimmerschlüssel, um in einem Hotelzimmer lang, heiß und ausgiebig zu duschen.


Für 2500 Leks, etwa 18,5 Euro gibt es Strom, WiFi, die Dusche im Hotelzimmer und das Schwimmbad im Winterschlaf. Als Tourist muss man sich in jedem Land erstmal an die Währung und dessen Wert gewöhnen.


Die Preise verwirren mich, wie einige Beispiele zeigen: Mein neuer Haarschnitt kostet etwa 1,50 Euro, mein Brot etwa 25 Cent,  eine kleine Rolle Kekse 15 Cent, ein Liter Diesel 1,23 Euro, ein Rucksack voller Reiseproviant von Paprika, Orangen, Bananen etwa drei Euro. Alle Preise in der Landeswährung Leke muss man  durch 130 dividieren.





Hier hat die gehobene Gastronmie auf einer Karte die Speisen in Englisch und ihre Preise in Euro angegeben. Doch um an diesen touristischen Brennpunkt in der Autofreien Zone der obersten Oberstadt von Kruja zu kommen, musste mich eine 13 Kilometer lange Bergtour mit meistenteils geschobenem Fahrrad auf diese Höhe bringen.


Doch wer sich als Tourist nichts zumutet, kann ebenso gut daheim vorm Fernsehen die Welt bewundern. Lebenslust, Arbeitsfreude und aufregende Abenteuer gibt es nur im Leben mit höchster Intensivität. Das ärgerliche Geschreibsel von FAZke Don Alphonso fantasiert für mich aus einer anderen Welt, nicht aus meiner:



Dazu passt, dass der Herr meine Meinung zensiert, selbstverständlich doch! Folgende Anmerkungen darf doch sein Publikum im Kommentarbereich nicht lesen, weil man ja "unter sich bleiben will und muss". Meine Meinung also zu Don Alphonsos Text:

Der Autor ist dreifach begnadet - mindestens dreifach:
1. Er kann mit geschickten Händen Fahrräder und andere mechanische Geräte warten und reparieren.
2. Er kann gesund mit seinem Fahrrad Berge rauf und runter fahren.
3. Er kann beschwingt texten. Seine Lyrik findet Freunde.
Doch irgendwo und irgendwie lässt den Leser mit anderem Hintergrund das Gefühl nicht los, der Autor verspottet jene, welche sich solcher Gnadenbegabung weniger erfreuen. Das Geld ursächlich sei, Leben und Arbeit zu genießen, sich wohltuender Ruhephasen zu erfreuen, kann man bezweifeln. So beweisen mir Reisestrapazen von den Schneebergen Montenegros zu der wundersamen, wunderlichen und doch höchst wunderbaren Dritt-Welt Romantik von Albanien im Frühling: Anstrengung und Arbeit balanciert die Mühen des Lebens. Meine 70 Jahre sind glücklich erreicht und mein Sinn neigt sich zur biblischen Wahrheit:
"Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon."
Gruss aus Albanien ... mit weiteren Betrachtungen zu "Genuss"


Die FAZ hat ihren Blogger Don Alphonso Blog wegen Unbotmäßigkeiten gekündigt. Als Privatier kann er von den Mieteinnahmen seiner Münchener Immobilien leben. Zudem hat er genug Fans, die gerne seine Texte lesen, wo auch immer er sie veröffentlicht. Don Alphonso muss Leser nicht wie Pirincci um Spenden bitten.




Doch genug von Buntschland, seinen Widersprüchen zwischen Bedürftigen an den Tafeln, die ihre Hartz-Stütze mit abgelaufenen Lebensmitteln aufbessern, hin zum Lebenskampf in Albanien. Hier kämpfen viele Menschen härter um ihr Brot, als sich das Hartz-IV-Versorgte in Buntschland vorstellen können und wollen.   





Mein sonntäglicher Radausflug bringt mich vom Hotel-Camp Nord Park erst nach Fushe. Ein Heldendenkmal schmückt den Platz vor der Bank. Der Bankomat akzeptiert meine Kreditkarte nicht.


Der junge Mann glänzt mit seinem flotten Haarschnitt. Wie hypnotisiert starrt er auf sein Smartphone und vergisst die Welt ringsum.



Meine Tour führt mich an zahlreichen Autowaschplätzen vorbei. Ob hier der Sonntag Großwaschtag für Luxuslimousinen und Fahrzeuge aller Art ist?


Die Industrieanlage hat ausgedient.


Das Heldendenkmal hatte schon bessere Zeiten gesehen.


Das Tal verschwimmt in der Ferne. Der unkaputtbare Bunker modert die nächsten Jahrhunderte. Zu den Bunkern in Albanien berichtet Wiki:

Die Bunker in Albanien entstanden vor allem zwischen 1972 und 1984, als unter der Herrschaft von Enver Hoxha im kommunistischen Albanien an die 200.000 Bunker erbaut wurden. Die Bunker sollten der Verteidigung des Landes im Falle einer Invasion durch ausländische Truppen dienen. Die überall sichtbaren runden und an Pilze erinnernden Pillbox-Bunker waren zusammen mit anderen Bunkerbauten die bedeutendste militärische Anlage, die während des kommunistischen Regimes in Albanien gebaut worden ist. Sie prägten während der 1980er und 1990er Jahre vielerorts das Landschaftsbild und sind auch heute noch häufig zu sehen.



Ob der BMW auf einen neuen Motor wartet, oder ob er seinen Motor einem anderen BMW spendete, war nicht zu recherchieren.



Der Milchwagen wird kaum mehr repariert. Wer mit dem Fahrrad von Fushe bergauf nach Kruja strampelt oder schiebt, kann über den Verbleib des Wracks berichten. Wer im Auto die Straße von Fushe nach Kruja hoch braust, verschmutzt die Luft mit Giftgas, sieht aber nicht solche Feinheiten.



In einer der nächsten Spitzkehren glänzt aufgeräumt und ohne Plastikreste die Kultstätte.


Der Tagebau in Kruja gewinnt Kalkstein - auch am Sonntag.



Ein wenig erinnert Kruja an die marokkanische Stadt Chefchouen, deren Häuser ähnlich am Berghang kleben.


Der Straßenhändler verkauft neben Autoöl unkaputtbare Plastikblumen als Grabschmuck.



Während meine Lunge auf dem anstrengenden Berggang nach Luft japst, blasen alte Dieselmotoren Feinstaub in die Gegend.




Heldendenkmal Nummer drei auf meinem 13 Kilometer Weg vom Camp-Hotel Nord Park nach Kruja


Der Idyllische Hinterhof erinnert wieder an Marokko, die Bebauung an indische Städte.



Die Autowäscher machen an diesem Sonntag gute Geschäfte - alles in Handarbeit.


Die Wäsche trocknet auf dem Balkon. Satelittenschüsseln richten sich stets nach Süden aus. Die Berge im Hintergrund tragen Schneereste.


Im Schiebetempo gelingen Fotos wie von diesem Straßenschlachthof. Das Blut fließt über den Bürgersteig.



Für den Sonntagsbraten sind die freundlich grüßenden Schlachter aber zu spät dran heute.


Camping scheint in Albanien üblich und beliebt zu sein.



Der neue Haarschnitt am Sonntag hat mit etwa 1,50 Euro beinahe schon die Reisekosten gegenüber deutschen Haarschneidepreisen eingespielt.



Der rote Daimler transportiert im Kofferraum eine Schubkarre. Deswegen steht die Kofferraumklappe auf.


Jetzt geht es in die Auto freie Basarzone.


Immer wieder stößt man, wie später auch im Museum auf den anfangs erwähnten Nationalhelden Skanderbeg, der 25 Jahre lang Albanien erfolgreich gegen türkische Invasoren verteidigt hat.


Hier thront das Skanderbeg-Museum auf dem Gipfelfelsen neben der alten Burg.



Das Panorama-Hotel kündigte sich mit großem Spruchband über der Straße schon vor acht, später nochmal vor drei Kilometern an. Durch die Basarstraße blickt man auf das Luxushotel  hinter dem Minarett.




Stahlhelme verschiedener Herkunft stehen auf der Treppe. Alte Blechblasinstrumente hängen neben Uniformjacken.


Um die albanische Geschichte zu präsentieren, ist diese monumentale Burg gerade gut genug.



Die Höhenmeter vom Tal Fushe zum Bergdorf Kruja zu bezwingen, war harte Arbeit.



Das Straßenbild wurde zumindest am Sonntag in Fushe überwiegend von Männern geprägt. Auch spielten weitaus mehr Knaben auf den Straßen als Mädchen. Daher überrascht es mich, im Burg- und Museumsberg gleich vier Damen zu sehen..




Der Eintritt in das monumentale Museum ist am Sonntag frei.


Doch bevor das Museum nach der Mittagspause von 13.00 bis 15.00 Uhr öffnet, stärkt mich eine Gemüsesuppe in der gehobenen Gastronomie. Trotz des Feuers im Holzofens blieb der Raum kalt. Mittlerweile war wieder Regen aufgezogen, in der Höhe unangenehm kalt. Von den Schätzen des Museums berichteten Text und Bilder schon anfangs.

Tirana

Meine kleine Reise von Fushe-Kruja beginnt an einer Gastankstelle. Es wäre nicht nötig gewesen, weil Heizung, Kochen und Kühlschrank nur 5,5 Liter seit Omis vor vier Tagen verbrannt hatten. Doch der Test verschafft mir Gewißheit, dass die Verbindungen klappen.

Die 25 Kilometer zum nächsten Camp in Tirana mit der Fahrt durch den Großstadtverkehr kosten Stunden Zeit und viel, viel Nerven.


Das ist die Haupteinfallstraße in die Innenstadt von Tirana. Obgleich ein Mittelstreifen fehlt, fahren die Fahrzeuge zweispurig nebeneinander. Dass mich dabei beispielsweise ein etwa 30 Meter langer Muldensattelschlepper mit drei hinteren Achsen überholt, mag ja noch angehen. Meine Fahrt hält sich vorsichtig hinter einem vor mir zuckelnden Gastankwagen zurück. Als dann dieser Muldensattelschlepper gleichsam in Tuchfühlung am Gastankwagen vorbei donnert, wird mir mulmig.



Die längsten Stauphasen entstehen vor einem Kreisverkehr, von denen etliche zu überwinden sind. Die Vorfahrt im Kreisverkehr scheint nur bedingt zu gelten, jedenfalls stürzen sich die aus den Seitenstraßen einfahrende Autos in den Kreis wie drängelnde Kunden an einer Kaufmarktkasse.


Die morgentliche Einfahrt in die Stadt ist noch sonnig. So gelingt während einer Staupause dies Bild, einige Kilometer vor meinem Camp. Der Verkehr ist für unser Empfinden abenteuerlich. Undiszipliniertes Drängeln schreckt nicht einmal davor zurück, sich auf einer zweispurigen Straße zwischen zwei Fahrzeuge zu drängen - physikalisch unmöglich. Dem Krankenwagen mit Blaulicht im Einsatz rast gleich ein stürmischer Schlaumeier hinterher. Ähnlich fürchterlich ist mir nur der Verkehr in Palermo und in Rabat in Erinnerung.


Doch dann das Camp: Der Empfang im Hotel ist herzlich. Die junge Dame der Rezeption lädt mir eine App auf mein Smartphone, welche für Tirana in Sprache und Text die Sehenswürdigkeiten auf einer Karte zeigt, die auch offline zu nutzen ist. WiFi und Strom bei einem Tarif in der Hauptstadt für 15 Euro versprechen einen angenehmen Aufenthalt. Als dann noch die Sat-Antenne zwischen Bäumen und dem Hotel Radio und Fernsehen  empfängt, ist trotz dem Regen nach dem Mittagessen mein Glück komplett. Zudem gibt es gegenüber dem Hotel einen größeren Lebensmittelladen, um Trinkwasser, Saft, Gemüse, Obst, Käse, Eier, Kekse, Küchentücher und sogar alkoholfreies Bier zu kaufen.


Nachdem das Stadtgewühl von Tirana schweißtreibend, Nerven aufreibend überwunden war, belohnt mich das Hotel-Camp Baron mit Stille und Komfort.



Am frühen Nachmittag zieht es mich in die Stadt. Der Bus kostet 40 Leke, etwa 30 Cent.


Die Busse sind ausgemusterter Altbestand wie von Neoplan mit deutschen Inschriften oder von Renault mit französischen Schildern. Zum Neubau der Moschee reicht das Geld. Mag sein, dass Saudi-Barbarien seine Ölmilliarden für die Missionierung fließen lässt, wie dies die Ölrentner für Europa und Deutschland anbieten.



Wiki beschreibt die Moschee Xhamia e namazgjase:

Die Große Moschee von Tirana (albanisch Xhamia e Madhe e Tiranës) oder Namazgjah-Moschee (Xhamia e Namazgjasë) ist eine im Bau befindliche Moschee in Tirana, der Hauptstadt Albaniens. Sie soll die größte Moschee des Balkans werden und 4.500 Gläubigen Platz bieten.



Nachdem sich der Gläubige mystischer Irrationalität hingegeben hat, kann er im Kaufhauskomplex irdischere Bedürfnisse befriedigen.


Mag sein, dass der Shopping-Tempel vom internationalen Tourismus bevorzugt genutzt wird. Eine albanische Oberschicht, die mit Porsche Cayenne, Allrad-BMWs rumdonnert, kauft dort ebenso gut ein.


Dieser Hotelkomplex bietet Platz für zahllose Reisende.


Ein erster, kurzer Blick in den Shopping-Tempel fasziniert  den Betrachter. Im Fahrstuhl im Innenhof bringt gerade Kunden in die Höhe.


Mag sein, dass unter dem "Goldenen Dach'l" des Hotelskomplexes die jungen Damen von ihrem Prinzen träumen.


Der Held des nationalen Widerstands 1943 brüllt mit der Waffe in der Faust zum Angriff.


Der Weise steht still und schweigt.



Das Vier-Sterne-Hotel Tirana International hat geflaggt. Ein Chauffeur wartet in der Luxuslimousine mit schwarzrotgoldener Standarte auf den Fahrgast.

Wer über das seltsam gebogene Pflaster des Sunderbeg-Platzes promeniert, fühlt sich verlorenen.


Da posiert er nun wieder unser alter Bekannte, der Kriegsherr Sunderbeg hoch zu Roß.


Die Sonne blitzt hinter dem Minarett hervor.


"Auf in den Kampf...."


Kinder vergnügen sich in einem schönen Karussel.


Das Nationalmuseum öffnet im März um 10.00 Uhr.


Das Mosaik an dem großen Museumskomplex erzählt von der ruhmreichen Geschichte Albaniens.


Nach vorgeschichtlichen Funden von Steinäxten, geht es zu Bronzebeilen, dann zu mittelalterlichen Waffen wie Lanzen und Schwertern und die Geschichte endet mit Waffen der Neuzeit wie Pistolen, Gewehren, Maschinengewehren und Mörsern. Schautafeln zeichnen die Angriffslinien der Landesverteidiger gegen die deutschen Invasoren während des Zweiten Weltkrieges.


Die Gewehre erinnern an die Flügelfedern des Doppeladlers der albanischen Flagge.


Eine Halle in rötlich schimmernden Halbdunkel widmet sich den Ikonen. In dieser Ikone geht der Kampf weiter: Der lichte, weiße Ritter sticht die Lanze in den Schlund des schwarzen Drachens. Neben und nach dem Raum mit den Ikonen geht es martialisch weiter.


Der Recke in Kampfausrüstung schultert das Gewehr. Die Patronengürtel sind gefüllt und der Held stellt sich mit entschlossenem Blick und unbeugsamer Körperhaltung dem Gegner.




Hier kämpfen Partisanen gegen Stahlhelmgegner mit Hakenkreuz.



Die martialische Heldenschau vereinigt unter den Schwingen des Doppeladlers die todesmutigen Kämpfer.


Die Damen in der Frühlingssonne am Kaffeetisch im Palmengarten strahlen friedlichere Stimmung aus.


Der Bus bringt mich nach dem Trubel von Stadt und Museum wieder komfortabel in meine heimische Klause. Eine vegetarische Pizza ersparte mir die Mühe des Kochens.

Freunde in weiter Welt

Mein Freund grüßt derweil aus Saigon. Auch er muss regelmäßig im Frühling dem spießigen Dunstkreis Buntschlands entfliehen.







Es gibt einige, welche ähnlich empfinden. Der Nachrichtenlage in Buntschland ist nichts Gutes abzugewinnen.

Wir drei Reisende sind alle im gleichen Jahr geboren, doch unsere Anschauungen liegen soweit auseinder wie Saigon, Kolumbien und Tirana.


Spott und Karikaturen lindern nicht den Schmerz der Verletzten. Es wird zunehmend gefährlicher eine von der Staatslinie abweichende Meinung zu äußern.


Freunde, welche mehr wissen, als ihnen Leit- und Lückenmedien erzählen, kennen die andere Seite der Medaille wie von den Demostrationen in Kandel und Hamburg.


Doch der Spießer will seine Ruhe haben, sich angenehm unterhalten, hübsche Bildchen sehen, lustige Geschichtchen lesen und sich im Kabarett systemkonform bespaßen lassen.



Liebe Kinder unseren heutigen Thementag wollen wir unter das Motto stellen: Wer sich extrem auf das geltende Recht beruft, ist wahrscheinlich rechtsextrem. Zum Mitschreiben: Recht = rechts. Herz gibt es nur links. Michael Klonovsky


Sie glauben, was ihnen Volksverblöder unentweg eintrichtern.

"Wir bekommen Menschen geschenkt, wertvoller als Gold."
"In wenigen Jahren zahlen die Migranten ein Vielfaches in die Sozialsystem ein, als sie erhalten haben."
"Wir gewinnen Hirn- und Herzchirurgen, fähige Facharbeiter...."
 
Alles, was von der ideologischen Indoktrination abweicht, ist "voll Nazi". Die Spindoktoren der Volks- und Vaterlandsverräter haben äußert erfolgreich die Hirne voll vernebelt mit Parolen wie
"no nation no borders"
"Kein Mensch ist illegal"
"Deutschland du mieses Stück Scheiße"

 Die Aktionen im wachsamen Widerstand sind noch wie Nadelstiche gegen die elefantöse Staats-, Klerikal-, Kultur- und Medien-Ideologie.




Es gibt genug Stimmen, Meinungen, funkelnde Perlen von Klarsicht  gegen die Mainstream-Propaganda und immer mehr Intellektuelle verbünden sich mit den mutigen Demonstranten der Straße.



 Doch der spießige Mob ist zu bequem, um sich von warnenden Zeichen der Zeit beunruhigen zu lassen. Solange kein Eindringling im miefigen Dunstkreis des Spießergartens seine Notdurft verrichtet, will der Spießer in Buntschland nur sehen, was Spaß macht.



Die Art des ruhebedürftigen Spießers findet auch als Teil von mir mein volles Verständnis. Mich in meinem Camper abzugrenzen gegen das Elend, den Stress der Straße, ist weitaus angenehmer als mich den drückend engen, überfüllten Stadtbussen von Tirana auszusetzen.




Die Karikaturen von Kurt Klarsicht erscheinen längst nicht mehr auf dem immer weiter zensiertem Kinderspielplatz von Facebook. Kenner und Könner wandern ins russische Netz Vk ab. Dort bleibt unzensiert, was sich Kurt Klarsicht unter "Frieden im Land" vorstellt.



Die Krisengewinnler verteidigen ihre Pfründe mit Klauen und Zähnen - auch mit finanzierten, kleinkriminellen Schlägertrupps der Antifa, die sie wie wütende Hunde von der Kette lassen.



https://www.youtube.com/watch?v=mpRjPkeQ4pk
"Froh, dass ich die Sache halbwegs hinter mir habe" -
Michael Klonovsky (Roland Baader-Treffen 2018) 46 Minuten 33 Sekunden

Mir machen in ruhigen Phasen meiner Reise Videos Spaß, zu denen mir in Buntschland oft Zeit und Ruhe fehlen. Doch genug von der leidigen Politik, welche die Verbindung zwischen Menschen zerstört und sprachlose Feindschaften an verschiedenen Ufer zurück lässt.


Letzter Tag in Tirana



Eine Puppe in klassischem Brautkleid verspricht rosige Zeiten in der urweiblichen Aufgabe, Kinder zu gebären.


Der Frühling bricht mit Sonnenmacht und Blütenpracht über das Land. Die Nationalversammlung gegenüber dem Bau- oder Bollwerk des Premierministers zeugen Macht.



Die vortreffliche App auf dem Smartphone liefert als Ton, im Text und Bild die Daten zu diesen Sehenswürdigkeiten. Dies Bauwerk von 1940 wurde auf der Höhe des italienischen Faschismus in eben dem Stil errichtet.


Die Tochter Pranvera Hoxha des Diktators Enver Hoxha hat dies als Mausoleum für ihren Vater für fünf Million Dollar bauen lassen, ein Bauwerk für die Ewigkeit. So war der Plan. Doch seit 2011 wurde das Gebäude zunehmend vadalisiert, diente als Obdachlosenasyl. Ob es als Museum wieder belebt werden soll, ist noch die Frage.


Einst war das monumentale Mausoleum mit weißem Marmor verkleidet. Doch solch edle Materialen verkleiden nunmehr die neue Großmoschee inmitten der Stadt.


Nach Jahrzehnten Diktatur von Herrn Hoxha, wechselseitig Stalins Russland, später China, dann keinem Land mehr zugewandt, nach den Wirren des Regimewechsels soll aus der Pyramide vielleicht ein Jugendzentrum werden. Gegenüber dem Bauwerk hängt schon mal eine Friedensglocke.


Am Ufer des in seinem Betonbett fließenden Baches Lana weihte der polnische Papst kuz vor seinem Tod noch 2005 diese St. Paul Kathedrale als Zentrum der albanischen römisch katholischen Kirche - übrigens in Sichtweite der neu erbauten Moschee, die an Glanz und Pracht die anderen Sakralbauten in den Schatten stellt.



Dieses Haus diente in der schwierigen Zeit von 1993 bis 1995 dazu, die Opfer des Kommunismus zu rehabilitieren und wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Die Statue erinnert daran.


Mein dritter Tag in Tirana und fünf Tage in Albanien haben mich mit Land und Leuten vertrauter gemacht. Wechselstuben gibt es hier genug. Mit den Taschen voller Geld und ein wenig kundiger der Währung und Preise lässt sich das Leben  entspannter genießen. In der sechsten Etage des Kaufhaustempels gibt es griechischen Salat mit Ausblick auf die neue Moschee, einem Blick über die sonnige Innenstadt.

Eine ausladende Spielecke verwöhnt die Kleinen mit drehenden Karussels und glibbrig glänzenden Gummifischen.


Die Burg von Tirana stammt schon von vorchristlichen Zeiten als Unterkunft für Reisende. Das römische Militär nutzte die Unterkunft ebenso wie nachfolgende Reisende, Kaufleute und Soldaten.  Denn an diesem Punkt kreuzten sich wichtige Verkehrswege, die die Hauptstadt mit dem Norden, Süden, Osten und Westen verbanden.


Dieses schon zuvor abgebildete Monument unter dem goldenen Dach dahinter ist das Grab von Kapllan Pasho, der im 19. Jahrhundert die Geschicke der Stadt lenkte. Der Mann ist berüchtigt, weil er seine Tochter vergiftet hat, die ihren Verlobten ermordet hatte, wie dies wohl in besseren Kreise damals wie heute wohl üblich sein mag.


Mit einem geruhsamen Bummel durch die Markthalle und einem feudalen Mahl - für meine Verhältnisse - in der Fußgängerzone des Marktplatzes endet mein sonniger Stadtspaziergang.


Für etwa sechs Euro verwöhnt mich eine gehobene Gastronomie mit der schmackhaften Tagessuppe und einem gemischten Salat mit den ersten zuckersüßen Erdbeeren.


Noch zwei Bilder von verführerischen Waren der Markthalle dann trottet der Wanderer Richtung Bushaltestelle, satt und entspannt und schlappt dabei sein erstes Schokoladeneis im Frühling.



Doch auf meinem Weg bringt mich in einem Andenkenladen ein Stück zum Schmunzeln. Die zuvor schon erwähnten Bunker, die das Land immer noch in zahlloser Menge aus der Herrschaft von Enver Hoxha überziehen, finden sich als Alabaster-Aschenbecher in verschiedenen Größen bei den Händlern wieder. Die runde Bunkerkappe kann man abnehmen, um den Aschenkuhle zu säubern. Dies gute Stück soll meinen lieben Bruder als Reiseandenken erfreuen.

Damit ist genug von Tirana berichtet. Denn morgen geht die sonnige Reise weiter ans Meer. Zuvor muss der Proviant erneuert werden, denn ein Kaufhaus direkt vor der Tür ist ein seltener Glücksfall auf Reisen.


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